Informationsanforderungen definieren
Ersetzen Sie Anfragen wie „alle BIM-Daten mitliefern“ durch eine Liste von Entscheidungen und der jeweils dafür benötigten Informationen. Legen Sie für jedes erforderliche Feld die verantwortliche Quelle, die betroffenen Objekte und die Prüfmethode fest. Unnötige Felder vergrößern die Lieferung und erschweren das Erkennen von Ausnahmen.
Unterscheiden Sie zwischen einem leeren Wert, einem unbekannten Wert und einem nicht zutreffenden Wert. Vereinbaren Sie, wie jeder dieser Zustände dargestellt wird. Tragen Sie keine erfundenen Kennungen, Abmessungen oder Leistungswerte ein, nur damit eine Vollständigkeitsprüfung besteht.
Festlegen, wohin der Wert gehört
IFC-Eigenschaftssätze fassen benannte Werte zusammen und können Objektinstanzen oder Typen zugewiesen werden. Standard-Eigenschaftssätze folgen der Namenskonvention Pset_; benutzerdefinierte Sätze sollten dieses reservierte Präfix nicht verwenden. Prüfen Sie die maßgebliche Schemadefinition, bevor Sie eine Standardeigenschaft wählen.
- Verwenden Sie genau die vereinbarten Namen von Eigenschaftssätzen und Eigenschaften, einschließlich Schreibweise sowie Groß- und Kleinschreibung.
- Geben Sie, wo relevant, Werttyp und Einheit an. Eine als beliebiger Text gespeicherte Zahl ist für eine numerische Regel unter Umständen nicht verwendbar.
- Legen Sie fest, ob das Feld zu einem gemeinsamen Typ oder zu einer einzelnen Anlage gehört.
- Dokumentieren Sie die Zuordnung von Quellfeldern zu gelieferten Feldern und benennen Sie jede Umwandlung.
- Vermeiden Sie mehrere widersprüchliche Felder, die scheinbar denselben Sachverhalt beschreiben.
Offizielle Referenzen
Beispiel: Aufstellung der Anlageninformationen
| Projektfeld | Gilt für | Anforderung | Prüfende Person |
|---|---|---|---|
| NB_Asset.AssetCode | Für die Wartungsübergabe ausgewählte Geräte | Nicht leerer Text; eindeutig innerhalb des vereinbarten Anlagenverzeichnisses | Verantwortliche Person für Anlageninformationen |
| NB_Asset.ServiceZone | Derselbe Geräteumfang | Einer der freigegebenen Zonencodes des Projekts | Fachkoordinator |
| NB_Asset.MaintenanceRequired | Derselbe Geräteumfang | Boolescher Wert aus dem freigegebenen Wartungsplan | Vertretung des Betriebs |
| NB_Asset.SourceReference | Derselbe Geräteumfang | Verweis auf den freigegebenen Quelldatensatz | Autor der Lieferung |
Ergänzen Sie für jede Zeile Quellfeld, Lieferphase, Ausnahmebehandlung und Regelkennung. Testen Sie in einem dafür freigegebenen Testmodell ein korrektes Element, einen fehlenden Wert und einen absichtlich ungültigen Wert. Vergewissern Sie sich, dass das Prüfwerkzeug jeden Zustand wie beabsichtigt meldet.
Information Delivery Specification (IDS)
Die Information Delivery Specification (IDS) ist ein buildingSMART-Standard, mit dem sich Informationsanforderungen in maschineninterpretierbarer Form ausdrücken lassen. Sie kann beschreiben, für welche Objekte eine Anforderung gilt und welche Informationen erforderlich sind, etwa Klassifikationen, Materialien und Eigenschaften. Werkzeuge, die IDS unterstützen, können damit IFC-Lieferungen prüfen.
Beginnen Sie mit einer freigegebenen, menschenlesbaren Aufstellung und setzen Sie anschließend die formal ausdrückbaren Regeln in einem IDS-fähigen Werkzeug um. Bewahren Sie die IDS-Datei, ihre Version und den Prüfbericht zusammen mit der Lieferung auf. Prüfen Sie, welche Anforderungen das Werkzeug tatsächlich abdeckt; gehen Sie nicht davon aus, dass eine bestandene Vollständigkeitsprüfung die geometrische Korrektheit oder die sachliche Richtigkeit eines Werts belegt.
Im obigen Beispiel lassen sich Regeln zum Vorhandensein und zu zulässigen Werten möglicherweise als Informationsprüfung abbilden, während die Eindeutigkeit innerhalb eines separaten Anlagenverzeichnisses eine zusätzliche Prüfung erfordert. Ordnen Sie jede Anforderung einer Prüfmethode zu, statt sämtliche Prüfaufgaben in ein einziges Werkzeug zu zwingen.
Offizielle Referenzen
Fehler an der Quelle beheben
Anwendbarkeit bestätigen
Vergewissern Sie sich, dass das beanstandete Objekt zum geforderten Umfang gehört. Eine zu weit gefasste Regel kann irreführende Fehler erzeugen.
Den Quellwert prüfen
Unterscheiden Sie fehlende Quellinformationen von einem Fehler bei Zuordnung oder Export. Bitten Sie den verantwortlichen Modellautor, die eigentliche Ursache zu beheben.
Die Prüfung wiederholen
Exportieren Sie die korrigierte Revision, führen Sie dasselbe Regelwerk erneut aus und vergleichen Sie die Ergebnisse.
Ausnahmen dokumentieren
Halten Sie für jede akzeptierte Ausnahme einen Verantwortlichen, einen Grund und die vereinbarte Behandlung fest. Werten Sie eine ausgesetzte Prüfung nie als bestandene Prüfung.